“Where’s the beef?” – salopp: was kommt dabei rum bzw. wie kann ich denn gute Geschäfte machen -, diese Frage treibt auf der digi:media nicht nur die Social Media Experten um. Doch während bei der infect-Konferenz die Frage im Mittelpunkt stand, welche nachweisbaren Resultate man denn mit dem noch neuen Medium Social Media erzielen kann, konzentrierte der VDM NRW und Nord sich im Rahmen von zukunft medien live darauf, die Geschäftsfelder der Zukunft für Druck- und Medienbetriebe unter die Lupe zu nehmen. Monika Gatzke und Martina Schneider von der Bergischen Universität Wuppertal wagten einen Blick in die Glaskugel – gestützt auf ein solides Fundament in Form einer Panel-Studie, bei der 79 Betriebe der Branche ausführlich befragt worden waren.
Viele der Trends, die Monika Gatzke darstellte, sind bereits bekannt. Verblüffend allerdings ist die Bedeutung der Trends in der Einschätzung der betroffenen bzw. treibende Betriebe. Logisch, dass der Trend zur Individualisierung positiv als Chance gesehen wird und der Trend zur Umverteilung von Werbeetats von (Digital)Druckern als negativ angesehen wird. Auch Globalisierung und der Verlust der sogenannten Mitte-Märkte sind kritische Punkte. Weniger klar ist die Meinung bezüglich der A5-Thematik. A5 beschreibt die Erwartungshaltung von Kunden, dass alle Inhalte (anything) jederzeit (anytime), überall (anywhere), jedermann (anyone) auf jedem Kanal (any device) zugänglich gemacht werden. Überraschend jedoch die Einschätzung “user generated content” habe eher keinen Einfluss aufs eigene Geschäft. Eindeutig positiv bewertet wird der Trend zur “ergänzten Realität” (augmented Realitiy), bei der die Wirklichkeit mit ergänzenden, medial übermittelten Informationen zusammengeführt wird. Obwohl das mobile Internet bereits omnipräsent scheint, werde es erst in naher Zukunft richtig relevant. Immerhin bewertet man diesen Trend positiv.
Bei der Einschätzung welche Bedeutung bestimmte Geschäftsfelder für die Zukunft haben, zeigt sich, dass klassische Bereiche wie Bogenoffset und Weiterverarbeitung wesentliche Umsatzfelder sind. Wachstumspotenziale gibt es für Mediendienstleister beim Digitaldruck, Verlagsleistungen inklusive Produktion und bei Werbeagenturleistungen. Hier können sich Mediensiendtleister als Ideenpool für ihre Kunden positionieren. Sehr große Chancen werden im Bereich Web-to-Print für Geschäftskunden gesehen. Hier lassen sich flexible Prozesse und die Fokussierung auf eine wichtige Kundengruppe sinnvoll verknüpfen.
Doch es gibt auch noch Nebengeschäftsfelder, die wichtig zur Absicherung des Kerngeschäfts sind. Man kann hier zentrale Kompetenzen, die aber Kunden noch nicht so bewusst sind zur Erschließung weitere Geschäftspotenziale nutzen. Dazu gehören die Aufgabenstellungen Cross Media Publishing, Content (Erstellung und Management) und die dazugehörigen IT-Leistungen
Für die Zukunft setzen die Betriebe selbst sehr stark auf Web-to-Print für Einzelkunden. Dabei ist nicht klar, ob sie dabei den logistischen Aufwand berücksichtigen, der zur Abwicklung im Massenkundengeschäft nötig ist. Das gesamte Thema Cross Media Publishing stellt für Mediendienstleister eine große Chance dar, denn hier können sie Kernkomptenzen gut ausspielen. Wollen sie auch in der Produkt- und Dienstleistungserstellung punkten, müssen sie noch weitere Kompetenzen entwickeln und diese auch den Kunden vermitteln.
Kategorien: Allgemein Business Multichannel Print Technik
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