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Vom Plakat zum »Interactive Digital Signage«

Veröffentlicht von am 17.03.2011.

Das Plakat hat ein bewegtes Leben. Bald als These an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt oder im 16. Jahrhundert als Flugblatt von den Holländern an Häuserwände »geplackt«, wurde es wohl erstmals im 17. Jahrhundert von fahrenden Gauklern zu Reklamezwecken eingesetzt. Heute echot die Werbung vom gegenüberliegenden Bahngleis, flimmern Mordillos im Wechsel mit Wetterbericht und Lockbotschaften lokaler Unternehmen. Gemein scheint allen Darreichungsformen das Plakative. Doch wenn wir uns da mal nicht täuschen.

Was zunächst als plane Farblithografie Wände schmückte, wand sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts um Litfaßsäulen und gewann hier deutlich an Format. Ausgehend vom 1/1 (zumindest in Deutschland der Norm A1 folgend) auf der so genannten Allgemeinstelle im Verbund mit anderen Werbenden bis zu 6/1 und 8/1 Bogen auf der Ganzsäule.

Inzwischen ist ein ganzer Reigen an Formaten und Medien hinzugekommen: Vom City-Light-Poster, das Vitrinen schmückt, über Großflächen und Mega-Lights, die bis zu dreimal soviel Fläche (5,04 × 2,38 m) bedienen wie die gute alte Litfaßsäule.

Noch bewegter: Hochformatige City-Lights oder Poster-Lights, die mit bis zu acht Sujets auf Rolle aufgewickelt, im Wechsel in der Vitrine neue Motive zeigen. Mehr noch – frei nach dem Sprichwort, geteiltes Light sei doppeltes Light – zeigen Kombinationen mit LCD-Screens als Active-Light, Frame-Lights oder gar Interactice Lights (mit z.B. Datenschnittstelle per Bluetooth).

Deutschlands größter Außenwerber, die Ströer-Gruppe, bedient z.B. neben 230.000 Werbeflächen und 20.000 Stadtmöbel aber auch in nahezu300 Bahnhöfen infoscreens. Diese Werbeträger verzichten gänzlich auf Trägermaterial, können per Remotezugriff angesteuert werden, und bilden mit regionalen und überregionalen Nachrichten einen Rahmen für digitale Werbung in Form von TV-Spots oder animierten Plakaten.

Doch markieren Bildschirme noch nicht das Ende der Fahnenstange digitaler »Plakatwerbung«.

Genauso, wie die Interaktivität in unsere Mediennutzung einzog, so wie wir spielerisch mit Touch-Screens und durch Bewegung gesteuerte Konsolenspielen à la Wii umgehen, so markieren erste Modelle die Zukunft des bewegten Plakats:

Kategorien: Allgemein Beyond Media Print Technik

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  1. [...] (Johannes F. Woll | blog.digimedia.de) [...]

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